Der Marineführungsbunker Kap Arkona in Putgarten auf Rügen ist ein ehemaliger Gefechtsstand der Volksmarine der DDR, der heute als Bunker-Museum begehbar ist. Direkt in der Nachbarschaft der berühmten Leuchttürme am Kap Arkona gelegen, bietet er dir einen unterirdischen Kontrapunkt zu den Aussichtstürmen und Steilküsten der Umgebung. Wer bei einem Regentag auf Wittow unterwegs ist oder sich für DDR-Militärgeschichte interessiert, findet hier ein passendes Ausflugsziel.
Was dich erwartet
Der größere der beiden Bunker am Kap wurde zwischen 1979 und 1986 gebaut und diente der 6. Flottille der Volksmarine sowie der Vereinigten Ostseeflotte als geschützter Gefechtsstand. Ausgehend von einem Hauptmittelgang mit zwei Zugängen reihen sich mehrere unabhängige Einzelbunker aneinander, zusammengesetzt aus Fertigbauteilen des Typs FB-75 und FB-3. Einem echten Bombenangriff hätte die Anlage nicht standgehalten – sie war als Schutz vor Giftgas und radioaktiver Strahlung im Kriegsfall konzipiert, nicht als Bunker im klassischen Sinn.
Heute erwartet dich in den ehemaligen Diensträumen eine Ausstellung von Seezeichen, Modellschiffen und historischen Navigationsgeräten sowie ein Schiffssimulator. Ein Audio-Museums-Guide führt dich durch die verschiedenen Stationen und erklärt dir, wie 50 bis 70 Soldaten hier drei- bis viermal jährlich für zwei bis drei Tage im Rahmen von Flottenmanövern Dienst taten, während die Standardbesatzung nur sechs Mann umfasste. In der gesamten Anlage gibt es kostenfreies WLAN, und wer möchte, kann sich per Matterport-Tour vorab einen Eindruck von den unterirdischen Gängen verschaffen.
Wichtig für die Planung: Der Zutritt erfolgt über eine Drehsperre und ist nur zwischen 10 und 15 Uhr möglich, der letzte Ausgang aus der Anlage ist bis 16 Uhr. Tickets bekommst du am Automaten direkt am Bunkereingang (nur Kartenzahlung) oder in den Tourist-Informationen am Parkplatz beziehungsweise bei den Leuchttürmen.
Geschichte kurz erklärt
Die Bunkergeschichte am Kap Arkona beginnt bereits 1915 mit einem ersten, aus Sicherheitsgründen nicht zugänglichen Bunker aus der Kaiserzeit. Der jüngere, heute begehbare Bunker entstand von 1979 bis 1986 und wurde 1985 durch ein Luftbild im NVA-Bildband „Soldaten des Volkes“ versehentlich enttarnt – der Band wurde daraufhin drei Tage nach Erscheinen wieder eingezogen und ist heute ein gesuchtes Sammlerstück. Am Tag der Deutschen Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 1990, wurde die Anlage endgültig stillgelegt und diente fortan nur noch als militärhistorisches Zeugnis.
Highlights
Ehemaliger Gefechtsstand der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte Ausstellung mit Modellschiffen, Seezeichen und historischer Navigationstechnik Schiffssimulator zum Ausprobieren Audio-Museums-Guide führt durch die unterirdischen Gänge 1985 durch ein Luftbild im NVA-Bildband versehentlich enttarnt Kostenfreies WLAN in der gesamten Bunkeranlage
Insidertipp
Plane deinen Bunker-Besuch früh am Tag ein, denn der Einlass endet bereits um 15 Uhr und du musst die Anlage spätestens um 16 Uhr wieder verlassen haben – bei vollem Programm am Kap Arkona (Leuchtturm, Peilturm, Schinkelturm) reicht der Nachmittag sonst nicht mehr. Kaufe dein Ticket direkt am Automaten am Bunkereingang, um Warteschlangen an der Tourist-Info zu vermeiden, und nimm die enge Zeitschleuse als Grund, den Bunker an den Anfang deiner Kap-Arkona-Tour zu setzen.
Eintrittspreise
Erwachsene: 8,00 €
Kinder: 4,00 €
Familien (2 Erw. +2 Kinder 6-14 J.): 20,00 €
Anfahrt Auto / Parkplatz
Der Bunker liegt an der Adresse Arkona 6, 18556 Putgarten, direkt bei den Leuchttürmen am Kap Arkona. Von dort führt ein zentraler Rundweg zu allen Sehenswürdigkeiten der Halbinsel, der Besucherparkplatz in Putgarten ist der zentrale Ausgangspunkt für Fußweg, Fahrrad oder Bimmelbahn zum Kap. Plane für den Weg vom Parkplatz bis zum Bunker je nach Fortbewegungsart 15 bis 30 Minuten ein, da die letzten Meter zu den Türmen und zum Bunker nur zu Fuß, per Kutsche oder Bimmelbahn zurückgelegt werden.
Anfahrt ÖPNV
Von Bergen auf Rügen als zentralem Bahnknotenpunkt erreichst du Putgarten am Kap Arkona mit dem Regionalbus des VVR Rügen, die Fahrt dauert in der Regel rund 45 bis 60 Minuten. Die Buslinie endet am Parkplatz Putgarten, von wo aus du den Rest der Strecke zu Fuß, mit der Bimmelbahn oder per Pferdekutsche zum Bunker und den Türmen zurücklegst – rechne hier mit weiteren 15 bis 20 Gehminuten. Da die Busfahrpläne auf Wittow saisonal stark schwanken und in der Nebensaison ausgedünnt sind, prüfe die aktuelle Verbindung vor Fahrtantritt über vvr-bus.de oder bahn.de, besonders wegen der engen Öffnungszeit des Bunkers bis 15 Uhr Einlass.
Anfahrt Fahrrad
Kap Arkona ist über gut ausgebaute Radwege der Halbinsel Wittow erreichbar, etwa von Altenkirchen oder Breege aus in rund 20 bis 30 Minuten. Am Besucherparkplatz Putgarten stehen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung, von dort geht es zu Fuß weiter zum Bunker.
Lohnt sich der Besuch?
Ja, für Familien und Technik- beziehungsweise Militärinteressierte, die ohnehin am Kap Arkona unterwegs sind und ein Regenprogramm oder eine Abwechslung zu den Aussichtstürmen suchen. Die Kombination aus Modellschiffen, Navigationsgeräten und Schiffssimulator sorgt für kurzweilige 30 bis 60 Minuten unter der Erde, und die enge Zeitschleuse lässt sich mit etwas Planung gut in den Kap-Arkona-Tag einbauen.
Eher nicht geeignet ist der Bunker für alle, die spät am Nachmittag anreisen, da der Einlass bereits um 15 Uhr endet. Auch wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist, sollte vorab bedenken, dass eine Bunkeranlage typischerweise Treppen und enge Bereiche aufweist – konkrete Angaben zur Barrierefreiheit lagen auf der geprüften Seite nicht vor, daher lieber vor Ort oder telefonisch bei der Tourist-Info nachfragen, bevor du anreist.
FAQ
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was kostet der Eintritt in den Marineführungsbunker Kap Arkona? | Preis auf den geprüften Seiten nicht genannt – Eintritt vor Ort erfragen, eine Preistabelle für Erwachsene, Ermäßigte und Familien ist auf der Website vorgesehen, aber ohne Zahlenwerte hinterlegt. |
| Wann kann ich den Bunker besichtigen? | Der Zugang ist täglich von 10 bis 15 Uhr möglich, der letzte Ausgang muss bis 16 Uhr erfolgen. |
| Wo bekomme ich das Ticket? | Am Ticketautomaten direkt am Bunkereingang (nur Kartenzahlung) oder in den Tourist-Informationen am Parkplatz und bei den Leuchttürmen. |
| Was gibt es im Bunker zu sehen? | Ausstellungen zu Seezeichen, Modellschiffen und Navigationsgeräten sowie einen Schiffssimulator. |
| Wie groß ist die Bunkeranlage? | Der begehbare Bunker wurde von 1979 bis 1986 gebaut und diente der 6. Flottille der Volksmarine als Gefechtsstand. Es ist eine 2000 m² große Bunkeranlage. |
| Ist der Bunker barrierefrei? | Konkrete Angaben zur Barrierefreiheit fehlen auf der geprüften Seite, aufgrund von Treppen und engen Gängen ist eher mit Einschränkungen zu rechnen. |
| Wie komme ich ohne Auto zum Bunker? | Mit dem Regionalbus ab Bergen auf Rügen nach Putgarten, von dort etwa 15 bis 20 Gehminuten zum Bunker. |
