Das Heimatmuseum Wiek in der Kulturscheune Günter Käning ist ein sehr kleines, ehrenamtlich betriebenes Museum im Fischerdorf Wiek im Nordwesten Rügens, Region Kap Arkona/Wittow. Es zeigt auf begrenzter Fläche eine Zeitreise durch die Geschichte des Ortes – von slawischen Siedlungsspuren bis in die Gegenwart – und lebt fast ausschließlich von Sachspenden der Wieker Bevölkerung. Wer ein authentisches, unkommerzielles Dorfmuseum ohne Multimedia-Schnickschnack sucht, ist hier richtig; wer ein großes Erlebnismuseum erwartet, wird enttäuscht.
Was dich erwartet
Auf kleinem Raum in der Kulturscheune erzählt das Museum die Geschichte Wieks als Fischer- und Segelschifferdorf. Wiek wird zwar erst 1314 urkundlich erwähnt, doch Reste eines slawischen Burgwalls belegen eine deutlich ältere Besiedlung – dieser weite historische Bogen von den ersten Vorfahren bis zur Gegenwart zieht sich durch die Ausstellung. Die gezeigten Objekte und Dokumente stammen überwiegend aus privaten Sachspenden der Wieker Bürger, die über die Jahre zu einer bemerkenswert dichten Sammlung an historischen Zeitzeugnissen zusammengekommen sind – ein echtes Gemeinschaftsprojekt des Ortes.
2024 wurde das Museum umgestaltet und um neue Exponate ergänzt, sodass die Ausstellung nicht statisch geblieben ist, sondern sich weiterentwickelt. Wer mehr über berühmte Einwohner und Gebäude Wieks erfahren möchte, findet hier vertiefende Einblicke, die über eine reine Objektschau hinausgehen. Wichtig für die Planung: Das Museum hat regulär nur dienstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet – für Gruppen ist eine Anmeldung über die Tourist-Info Wiek nötig, individuelle Spontanbesuche außerhalb dieses schmalen Zeitfensters sind nicht möglich.
Geschichte kurz erklärt
1991 beschloss die Wieker Gemeindevertretung den Aufbau eines Heimatmuseums, 1992 gründete sich daraufhin der Wieker Heimatverein, der sich seitdem insbesondere um das Heimatarchiv kümmert. 1998 erwarb die Gemeinde die heutige Kulturscheune von der Treuhand, wobei der Verein die Hälfte der Erwerbskosten trug. Nach Förderungen und einem 2005 sanierten Dachgeschoss sowie rund 30.000 Euro Vereinsmitteln für den Ausbau des Dachrohlings zum Ausstellungsraum konnte der Beschluss von 1991 schließlich Wirklichkeit werden. Seitdem betreibt der Heimatverein das Museum ehrenamtlich und finanziert es über Spenden und Eintrittsgelder.
Highlights
Geschichte des Fischerdorfes Wiek von slawischen Wurzeln bis heute Sammlung überwiegend aus privaten Sachspenden der Bevölkerung 2024 umgestaltete Ausstellung mit neuen Exponaten Untergebracht in der historischen Kulturscheune Günter Käning Ehrenamtlich betrieben durch den Wieker Heimatverein Sehr persönlicher, kleinteiliger Charakter statt Erlebnismuseum
Insidertipp
Da das Museum nur dienstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet hat, solltest du deinen Wittow-Ausflug gezielt danach planen, statt spontan vorbeizukommen. Für Gruppen lohnt sich eine frühzeitige Anmeldung über die Tourist-Info Wiek, da dann auch außerhalb der regulären Öffnungszeit ein Termin möglich ist.
Eintrittspreise
Erwachsene: 2,00 € Kinder: 0,50 €
Anfahrt Auto / Parkplatz
Das Museum liegt in der Gerhart-Hauptmann-Straße 9 in der Kulturscheune mitten im Ort Wiek, im Nordwesten Rügens nahe Kap Arkona. Als kleiner Ort bietet Wiek in der Regel unkomplizierte Parkmöglichkeiten in Gehdistanz zur Kulturscheune. Für einen kombinierten Ausflugstag lässt sich Wiek gut mit dem nahen Museum Dranske/Bug oder dem Marineführungsbunker Kap Arkona verbinden, die beide in derselben Region liegen.
Anfahrt ÖPNV
Wiek liegt auf der Halbinsel Wittow und ist über Regionalbusse des VVR Rügen an das Inselnetz angebunden, mit Bergen auf Rügen als zentralem Umstiegspunkt für Bahnreisende. Von Bergen aus erreichst du Wiek mit dem Regionalbus in der Regel innerhalb von etwa 30 bis 45 Minuten direkt bis zur Haltestelle im Ortszentrum, von der aus du die Kulturscheune in wenigen Gehminuten erreichst. Da die Busverbindungen auf Wittow gerade außerhalb der Hauptsaison ausgedünnt sein können, prüfe die genaue Verbindung und Abfahrtszeiten vor der Fahrt über vvr-bus.de oder bahn.de, insbesondere weil das Museum nur ein sehr enges Zeitfenster dienstags öffnet.
Anfahrt Fahrrad
Wiek liegt an gut ausgebauten Radwegen der Halbinsel Wittow und ist von Altenkirchen oder Breege aus in etwa 15 bis 20 Minuten mit dem Rad erreichbar. Im Ortskern von Wiek findest du in Nähe der Kulturscheune Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Lohnt sich der Besuch?
Ja, für Wittow-Entdecker und Heimatinteressierte, die sich für die Geschichte eines typischen Rügener Fischerdorfes interessieren und ohnehin im Norden der Insel unterwegs sind. Da der Eintritt mit 2 Euro für Erwachsene sehr günstig ist, ist ein kurzer Abstecher auch bei begrenztem Interesse gut vertretbar, sofern die Öffnungszeit passt.
Eher weniger geeignet ist der Besuch für alle, die spontan an einem anderen Wochentag als Dienstag oder außerhalb von 16 bis 18 Uhr unterwegs sind – dann bleibt die Tür schlicht zu. Auch wer ein größeres, professionell inszeniertes Museum mit langer Verweildauer erwartet, sollte die Erwartungen an ein sehr kleines, ehrenamtlich getragenes Dorfmuseum anpassen.
FAQ
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was kostet der Eintritt ins Heimatmuseum Wiek? | Erwachsene zahlen 2,00 €, Kinder 0,50 €. |
| Wann hat das Heimatmuseum Wiek geöffnet? | Regulär nur dienstags von 16:00 bis 18:00 Uhr. |
| Kann ich mit einer Gruppe außerhalb der Öffnungszeit kommen? | Ja, Gruppen können über die Tourist-Info Wiek (Am Markt 5, Tel. 038391/76870) einen individuellen Termin vereinbaren. |
| Wo genau liegt das Museum? | In der Kulturscheune Günter Käning, Gerhart-Hauptmann-Straße 9, 18556 Wiek. |
| Ist das Museum groß? | Nein, es handelt sich um ein sehr kleines, ehrenamtlich betriebenes Dorfmuseum. |
| Wie komme ich ohne Auto nach Wiek? | Mit dem Regionalbus des VVR Rügen ab Bergen auf Rügen in etwa 30 bis 45 Minuten. |
| Woher stammen die Ausstellungsstücke? | Überwiegend aus Sachspenden der Wieker Bevölkerung. |
